{"id":115844,"date":"2021-07-29T07:59:44","date_gmt":"2021-07-29T05:59:44","guid":{"rendered":"https:\/\/mannschaft.com\/?p=115844"},"modified":"2021-07-29T10:21:38","modified_gmt":"2021-07-29T08:21:38","slug":"verletzt-nach-csd-berlin-offenbar-wollten-die-polizisten-eskalation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/verletzt-nach-csd-berlin-offenbar-wollten-die-polizisten-eskalation\/","title":{"rendered":"Verletzt nach CSD Berlin \u2013 \u00abOffenbar wollten Polizisten Eskalation\u00bb"},"content":{"rendered":"<p><img data-expand=\"600\" class=\"lazyload\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"data:image\/svg+xml;charset=utf-8,%3Csvg xmlns%3D'http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg' viewBox%3D'0 0 1 1'%2F%3E\" data-src=\"https:\/\/vg04.met.vgwort.de\/na\/2f5c7585974f471ca2b647bc849ec6b8\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/p>\n<h3>Oliver Soboll wurde bei einem Polizeieinsatz nach dem Berliner CSD verletzt und anschliessend im Krankenhaus behandelt. Gegen\u00fcber MANNSCHAFT+ berichtet er, was am Samstag aus seiner Sicht passiert ist und was falsch lief.<\/h3>\n<p>Oliver Soboll war am Samstag mit seinem Bruder und dessen Lebensgef\u00e4hrten auf dem CSD, abends wollten sie vor dem Heimfahren noch ein Bier in der Motzstrasse trinken. Dort kam es zu einer offenbar recht rabiaten Begegnung mit der Polizei <a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/jagdszenen-in-der-motzstrasse-was-passierte-nach-berlin-pride\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">(MANNSCHAFT berichtete)<\/a>: Am Ende war Sobolls Auge verletzt, im Krankenhaus wurde ein Sch\u00e4delhirntrauma ersten Grades diagnostiziert. Der 38-J\u00e4hrige kann sich nicht an alles erinnern, was an dem Abend passiert ist. Was ihn am Kopf getroffen hat, kann er nicht sagen. Er ist sich allerdings sicher, dass die Verletzung nicht bloss vom Sturz herr\u00fchrte. Als er am Boden lag, h\u00e4tten Beamte zugetreten. \u00abEs gab Tritte in die Nierengegend \u2013 definitiv\u00bb, sagt er.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" style=\"border: none; overflow: hidden;\" src=\"https:\/\/www.facebook.com\/plugins\/post.php?href=https%3A%2F%2Fwww.facebook.com%2Fmartin.soboll%2Fposts%2F4559570150734482&amp;show_text=true&amp;width=500\" width=\"500\" height=\"685\" frameborder=\"0\" scrolling=\"no\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><\/iframe><\/p>\n<p>Seinem Auge geht es inzwischen deutlich besser. Die Einblutung war zum Gl\u00fcck harmlos. \u00abEs sah schlimmer aus, als es war. Es gibt keine bleibenden Sch\u00e4den.\u00bb Erstmal ist er jetzt krankgeschrieben, aber er will bald wieder arbeiten, schon um auf andere Gedanken zu kommen.<\/p>\n<p>Soboll beobachtet jede Woche Eins\u00e4tze der Polizei, seit 20 Jahren ist er im Besitz einer Dauerkarte f\u00fcr Borussia Dortmund. \u00abIch sehe Polizeieins\u00e4tze auf Grossveranstaltungen bzw. in Menschenmassen ja so gut wie jede Woche und weiss, wie die gut die auftreten, wie sie desaklieren. Wie sie Pr\u00e4senz zeigen, aber nur eingreifen, wenn wirklich absolut n\u00f6tig. Diese Truppe in der Motzstrasse war schlimm. Die hat genau das Gegenteil gemacht, ist aggressiv umherstolziert, hat gezielt nach M\u00f6glichkeiten gesucht, einzugreifen und war dabei maximal herablassend\u00bb, so Soboll. Die wirkten so, als wollten sie es eskalieren lassen, sagt der 38-J\u00e4hrige.<\/p>\n<p>Soboll weiter: \u00abW\u00fcrde sich die Polizei bei einem Fussballspiel so verhalten, h\u00e4tte sie jede Woche Ausschreitungen an der Backe. Egal ob bei einem 08\/15-Spiel oder einem Hochrisikospiel.\u00bb<\/p>\n<p>Er schildert seinen Eindruck, dass es verschiedene Einsatztrupps vor Ort gab, auch abends. \u00abDa war diese aggressive Trupp einerseits, der ja eindeutig schon an den etwas anderen Uniformen zu erkennen war.\u00bb Und bei dem es auch keine Frauen gegeben habe, im Gegensatz zu den anderen Polizist*innen. Diese wiederum w\u00fcrden offensichtlich h\u00e4ufiger dort eingesetzt. \u00abDie haben freundlich mit den Menschen geredet und gescherzt hat. Das haben wir den Tag \u00fcber ja alles beobachten k\u00f6nnen.\u00bb<\/p>\n<p>Und auch die Beamten auf der Wache, wo Soboll hingebracht worden war, seien wieder freundlicher gewesen. Dort habe er auch endlich ein K\u00fchlpack f\u00fcr sein Auge bekommen. \u00abDen Polizisten auf der Wache war wohl klar, dass da was nicht gut gelaufen ist, sie waren bem\u00fcht.\u00bb<\/p>\n<p>Nach dem Vorfall hat er ein Ged\u00e4chtnisprotokoll angefertigt. Es gibt auch Videos, auf denen die Nummern der Eins\u00e4tzkr\u00e4fte zu erkennen sind. N\u00e4chste Woche will er Anzeige erstatten. Sein Anwalt, Niko H\u00e4rting, bittet derweil Zeug*innen, sich bei ihm zu melden.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" style=\"border: none; overflow: hidden;\" src=\"https:\/\/www.facebook.com\/plugins\/post.php?href=https%3A%2F%2Fwww.facebook.com%2Fniko.haerting%2Fposts%2F10220470235446526&amp;show_text=true&amp;width=500\" width=\"500\" height=\"187\" frameborder=\"0\" scrolling=\"no\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><\/iframe><\/p>\n<p>Inzwischen hat sich Polizeisprecher Thilo Cablitz ausf\u00fchrlicher gegen\u00fcber MANNSCHAFT ge\u00e4ussert: Auf den der Polizei Berlin vorliegenden Handy-Videomitschnitten sei jeweils eine Festnahmesituation zu sehen, bei der keine Gewaltt\u00e4tigkeiten seitens der eingesetzten Polizeidienstkr\u00e4fte zu erkennen seien.<\/p>\n<p>Weitere Festnahmen, die in Zusammenhang mit den beiden gezeigten Festnahmen st\u00fcnden, seien nicht bekannt geworden. Die Auswertung des Videomaterials, das zur Beweissicherung von der Polizei Berlin erstellt wurde, dauert an.<\/p>\n<blockquote><p>Ein Beamter musste station\u00e4r im Krankenhaus aufgenommen werden.<\/p><\/blockquote>\n<p>Nach den derzeitigen Erkenntnissen zeigt eine Videosequenz die Festnahme zweier M\u00e4nner, denen Widerstand gegen sowie t\u00e4tlicher Angriff auf Vollstreckungsbeamte vorgeworfen werde. \u00abEin gewaltt\u00e4tiges Vorgehen der Einsatzkr\u00e4fte ist hierbei nicht zu erkennen. Vielmehr erlitt ein Beamter aufgrund des bei der Festnahme geleisteten Widerstands einen Fingerstich ins Auge und musste anschliessend station\u00e4r in einem Krankenhaus aufgenommen werden.\u00bb<\/p>\n<p>In einem zweiten Video sei die Festnahme eines Mannes zu erkennen \u2013 hier ist offenbar die Rede von Oliver Soboll. \u00abDieser kam der mehrfachen Aufforderung, die Hygieneregeln einzuhalten, nicht nach. Als bei ihm die Personalien festgestellt werden sollten, leistete er Widerstand und griff einen Kollegen an.\u00bb<\/p>\n<p>Dass er Widerstand geleistet habe, sagt Soboll, sei \u00abeine L\u00fcge\u00bb: Er habe den Beamten den Ausweis ausgeh\u00e4ndigt. \u00abIch weiss noch, als ich im Polizeiwagen sass, durchsuchte ein Polizist mein Portemonnaie. Daraufhin sagte ein Kollege zu ihm: Den Ausweis haben wir doch schon.\u00bb<\/p>\n<p>Wie aber kam es zu dem blutigen Auge? Der Polizeisprecher formuliert es so: Der Mann sei \u00abfestgenommen worden, wobei er eine Verletzung am Auge erlitt\u00bb. Die Einsatzkr\u00e4fte forderten laut Cablitz umgehend den Rettungsdienst an, der den Mann versorgte. Anschliessend sei der Festgenommene ins Polizeigewahrsam gekommen.<\/p>\n<p>\u00abNach einer erkennungsdienstlichen Behandlung und einer Blutentnahme, die der anwesende Arzt durchf\u00fchrte, wurde er bereits nach knapp anderthalb Stunden wieder entlassen. W\u00e4hrend des Aufenthalts im Polizeigewahrsam wurde ihm ein Cool-Pack zur Linderung der Schwellung am Auge zur Verf\u00fcgung gestellt\u00bb, so der Sprecher der Polizei.<\/p>\n<p>Die Ermittlungen zu beiden Sachverhalten dauerten an. Weitergehende Details k\u00f6nnten darum zun\u00e4chst nicht benannt werden.<\/p>\n<blockquote><p>Die eingesetzten Dienstkr\u00e4fte der Polizei Berlin und des Ordnungsamtes Tempelhof-Sch\u00f6neberg zeigten sich zu jedem Zeitpunkt \u00e4usserst kommunikativ, kooperativ, hilfsbereit und tolerant.<\/p><\/blockquote>\n<p>Abschliessend erkl\u00e4rt der Polizeisprecher: \u00abDie eingesetzten Dienstkr\u00e4fte der Polizei Berlin und des Ordnungsamtes Tempelhof-Sch\u00f6neberg zeigten sich zu jedem Zeitpunkt des Einsatzes \u00e4usserst kommunikativ, kooperativ, hilfsbereit und tolerant gegen\u00fcber den Gewerbetreibenden sowie allen anwesenden ehemaligen Versammlungsteilnehmenden und Feiernden im Regenbogenkiez. Dies belegen auch diverse im Internet kursierende Videos. Freiheitsentziehende Massnahmen, die mit unmittelbaren Zwang durchgesetzt werden mussten, folgten erst dann, wenn s\u00e4mtliche Massnahmen zuvor nicht griffen und waren damit letztes Mittel.\u00bb<\/p>\n<p>Der Vorwurf von \u00abJagdszenen\u00bb, den Anwalt H\u00e4rting bei Facebook erhoben hat, k\u00f6nne man nicht nachvollziehen. Vielmehr d\u00fcrfte es sich laut Cablitz bei der beschriebenen Szene um einen Einsatz mehrerer Polizeikr\u00e4fte handeln, die aufgrund einer Funkmeldung geschlossen zu einem in der N\u00e4he befindlichen Wohnhaus rannten, in dem eine gegenw\u00e4rtige Vergewaltigung gemeldet worden war. Dieser Umstand habe sich im Anschluss aber nicht best\u00e4tigt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Oliver Soboll wurde beim Polizeieinsatz nach dem Berliner #CSD verletzt. 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