{"id":115625,"date":"2021-07-25T18:31:28","date_gmt":"2021-07-25T16:31:28","guid":{"rendered":"https:\/\/mannschaft.com\/?p=115625"},"modified":"2021-07-26T09:47:44","modified_gmt":"2021-07-26T07:47:44","slug":"homofeindliche-angriffe-und-landfriedensbruch-nach-berlin-pride","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/homofeindliche-angriffe-und-landfriedensbruch-nach-berlin-pride\/","title":{"rendered":"Homofeindliche Angriffe und Landfriedensbruch nach Berlin Pride"},"content":{"rendered":"<h3>Die Berlin Pride stand dieses Jahr im Zeichen der Pandemie: Trotz Abstandsregeln, Maskenpflicht und Alkoholverbot kamen Zehntausende Menschen. Nach der Parade wurden einige Teilnehmer*innen geschlagen und beleidigt.<\/h3>\n<p>Bilder wie in alten Zeiten, mit einem Menschenmeer am Brandenburger Tor \u2013 und wohl die gr\u00f6sste Demonstration in Berlin seit Beginn der Coronakrise: Zehntausende haben am Samstag bei der Berlin Pride\u00a0f\u00fcr die Rechte queerer Menschen demonstriert. Die Polizei sprach von etwa 65 000 Teilnehmenden, die Veranstalter gar von 80 000. Urspr\u00fcnglich waren lediglich 20 000 Menschen erwartet worden. Unter den Demonstrant*innen war auch der Stellvertreter des Regierenden B\u00fcrgermeisters, Kultursenator Klaus Lederer (Linke).<\/p>\n<p><strong>Getreten und mit der Faust ins Gesicht geschlagen<\/strong><br \/>\nNach der Parade kam es allerdings zu mehreren homofeindlichen Angriffen. In Mitte wurde in der Nacht ein 21-J\u00e4hriger durch einen Unbekannten von hinten getreten und von einem weiteren Mann mit der Faust ins Gesicht geschlagen. Der 21-J\u00e4hrige war mit drei Freunden am Hackeschen Markt unterwegs. Im Bereich einer Unterf\u00fchrung in H\u00f6he Burgstrasse\/Henriette-Herz-Platz soll ein Unbekannter ihm unvermittelt von hinten in den H\u00fcftbereich getreten haben. Als der Getretene den Angreifer daraufhin zur Rede stellen wollte, kam ein weiterer Mann hinzu und schlug dem 21-J\u00e4hrigen ins Gesicht. Dar\u00fcber hinaus rissen die beiden Unbekannten eine Regenbogenfahne aus dem Rucksack des jungen Mannes, der Holzstiel zerbrach.<\/p>\n<p>Alarmierte Kr\u00e4fte der Feuerwehr versorgten den Verletzten vor Ort und brachten ihn anschliessend zur weiteren Versorgung in ein Krankenhaus. Zeug*innen best\u00e4tigten die Angaben des 21-J\u00e4hrigen und teilten mit, dass die beiden Angreifer in einer gr\u00f6sseren Gruppe unterwegs gewesen sein sollen. Der Polizeiliche Staatsschutz hat die Ermittlungen wegen gef\u00e4hrlicher K\u00f6rperverletzung und Sachbesch\u00e4digung \u00fcbernommen.<\/p>\n<p><strong>Aus Gruppe heraus k\u00f6rperlich angegriffen und beleidigt<br \/>\n<\/strong>Nach weiteren k\u00f6rperlichen \u00dcbergriffen und homofeindlichen Beleidigungen in Sch\u00f6neberg hat der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt Ermittlungen aufgenommen. Gegen 18.45 Uhr am Samstagabend sollen in einer Gr\u00fcnanlage am Viktoria-Luise-Platz drei Personen einer Gruppe ehemaliger CSD-Teilnehmer*innen (51, 48, 39) aus einer gr\u00f6sseren Gruppe heraus k\u00f6rperlich angegriffen und teilweise beleidigt worden sein.<\/p>\n<p>Die 48-J\u00e4hrige gab an, aus der Gruppe heraus einen Schlag gegen den R\u00fccken bekommen zu haben und dann gest\u00fcrzt zu sein. Anschliessend soll sie ein sp\u00e4ter namhaft gemachter 22-J\u00e4hriger mit seinem Fuss gegen den R\u00fccken getreten haben. Dem 39-J\u00e4hrigen soll derselbe 22-J\u00e4hrige gegen den R\u00fccken geschlagen haben. Der 51-J\u00e4hrige, der die Auseinandersetzung mit seinem Handy aufnahm, soll von einer 19-J\u00e4hrigen mit der flachen Hand ins Gesicht geschlagen worden sein. Der 39-J\u00e4hrige und die 48-J\u00e4hrige gaben ausserdem an, homophob beleidigt worden zu sein. Alle drei wurden leicht verletzt. Zeug*innen riefen die Polizei, die der Gruppe der fl\u00fcchtenden Tatverd\u00e4chtigen nacheilte und sie im U-Bahnhof Viktoria-Luise-Platz stellen konnte.<\/p>\n<p>Im Rahmen der Festnahmen verletzten der 22-j\u00e4hrige Tatverd\u00e4chtige und ein 18-J\u00e4hriger aus dessen Gruppe zwei Polizisten. Der 18-J\u00e4hrige schlug einem Beamten mit der Faust gegen den Kopf und verletzte ihn dabei. Der 22-J\u00e4hrige sprang einem Polizisten unter anderem in den R\u00fccken. Weitere Mitglieder der Gruppe der Angreifenden konnten nur mit Unterst\u00fctzung von hinzualarmierten Kr\u00e4ften einer Einsatzhundertschaft und der Androhung eines Reizgaseinsatzes von einem Eingreifen abgehalten werden. Die beiden 22- und 18-J\u00e4hrigen kamen ebenso wie die 19-j\u00e4hrige Tatverd\u00e4chtige in einen Polizeigewahrsam, aus dem sie nach erkennungsdienstlichen Behandlungen und richterlich angeordneten Blutentnahmen wieder entlassen wurden. Die Ermittlungen des Polizeilichen Staatsschutzes dauern an.<\/p>\n<p>Auf Facebook kursieren zudem Berichte von Polizeigewalt gegen Feiernde im Regenbogenkiez. Von \u00abJagzszenen in der Motzstrasse\u00bb seitens der Polizei ist die Rede und davon, dass ein Mann mit Sch\u00e4del-Hirn-Trauma und \u00abeiner durch einen Polizeistiefel verursachten Augenverletzung\u00bb im Krankenhaus liege.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" style=\"border: none; overflow: hidden;\" src=\"https:\/\/www.facebook.com\/plugins\/video.php?height=476&amp;href=https%3A%2F%2Fwww.facebook.com%2Fniko.haerting%2Fvideos%2F797913710925126%2F&amp;show_text=false&amp;width=261&amp;t=0\" width=\"261\" height=\"476\" frameborder=\"0\" scrolling=\"no\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><\/iframe><\/p>\n<p>Im Rahmen der Demonstration unter dem Motto \u00abWir sind hier und wir sind queer \u2013 in jeder Farbe, Gr\u00f6sse und Form\u2026 \u00bb kam es zudem unter anderem zu einem besonders schweren Landfriedensbruch und Angriffen auf Polizeikr\u00e4fte.<\/p>\n<p>Mit zun\u00e4chst mehreren hundert Teilnehmenden zog der Aufzug ab 17.25 Uhr vom Hermannplatz in Neuk\u00f6lln zum Oranienplatz in Kreuzberg. Bis zur ersten Zwischenkundgebung am Kottbusser Tor beteiligte sich in der Spitze eine Personenanzahl im mittleren vierstelligen Bereich an der Demonstration. W\u00e4hrend des Aufzuges musste die Versammlungsleitung immer wieder aufgefordert werden, auf die Teilnehmenden einzuwirken, da diese die Vorgaben des Hygienekonzeptes teilweise missachteten. Hierf\u00fcr wurden immer wieder Lautsprecherdurchsagen veranlasst und durchgef\u00fchrt.<\/p>\n<p><strong>N\u00f6tigung durch einen Ordner <\/strong><br \/>\nGegen 18.30 Uhr soll es im Bereich der Reichenberger Strasse\/Mariannenstrasse zu einer N\u00f6tigung durch einen 42 Jahre alten Ordner gekommen sein. Dieser soll mehrfach die Arbeit von Pressevertretenden behindert haben, indem er diesen mit einem Handlautsprecher aus n\u00e4chster N\u00e4he in die Gesichter gebr\u00fcllt habe. Die Pressevertreter*innen h\u00e4tten sich hierdurch stark in der Aus\u00fcbung ihrer Arbeit eingeschr\u00e4nkt gef\u00fchlt und sich gen\u00f6tigt gef\u00fchlt, den Ort zu verlassen. Da der Ordner der mehrfachen Aufforderung durch die Polizei, dieses Verhalten zu unterlassen, nicht nachkam, wurde ihm ein Tatvorwurf gemacht und er wurde vorl\u00e4ufig festgenommen. Ihm wurde die Handfessel angelegt und die Polizeikr\u00e4fte brachten ihn zu einem Polizeifahrzeug. Als umstehende Teilnehmende dies bemerkten, kam es zu Solidarisierungseffekten mit dem Festgenommenen. Zun\u00e4chst stellten sich rund 50 bis 80 Personen vor und um das Fahrzeug.<\/p>\n<p>Die Weiterfahrt wurde dadurch verhindert, dass sich Teilnehmer*innen auf die Fahrbahn setzten, auf das Trittbrett des Wagens stiegen und erfolglos versuchten, die T\u00fcr zu \u00f6ffnen. Es wurden durch die Personen polizeifeindliche Sprechch\u00f6re skandiert. Als die Situation im Aufzug bemerkt wurde, str\u00f6mten rund 300 Personen aus dem Aufzug zu dem Polizeifahrzeug. Polizeikr\u00e4fte stellten sich den hinzustr\u00f6menden Menschen in Form einer Polizeikette in den Weg und forderten diese auf, zur\u00fcck in den Aufzug zu gehen. Da die Angesprochenen der Aufforderung nicht nachkamen und weiterhin versuchten, zu dem Polizeifahrzeug zu gelangen, mussten die Polizeikr\u00e4fte k\u00f6rperliche Gewalt in Form von Schieben und Dr\u00fccken anwenden. Teilnehmende schlugen und traten die Polizistinnen und Polizisten. Ein Beamter wurde mit Fahnenstangen attackiert, blieb jedoch unverletzt.<\/p>\n<p><strong> Polizeikr\u00e4fte setzten gezielt k\u00f6rperliche Gewalt gegen die Aggressoren ein<\/strong><br \/>\nDie Polizeikr\u00e4fte setzten gezielt k\u00f6rperliche Gewalt in Form von Schl\u00e4gen gegen die Aggressoren unter den Teilnehmenden ein, woraufhin es wenig sp\u00e4ter zu einer Lageberuhigung kam und sich die Personengruppe zur\u00fcckzog. Das Polizeifahrzeug konnte zur Wiener Stra\u00dfe fahren, wo der Tatverd\u00e4chtige nach Abschluss der polizeilichen Ma\u00dfnahmen wieder entlassen wurde.<\/p>\n<p>Aufgrund der Corona-Krise hatten die Veranstalter statt des oft \u00fcblichen Party-Charakters der Parade vor allem das politische Element des Umzugs betont. Sie hatten zuvor ein Alkoholverbot ausgesprochen. Entsprechend reduziert war zudem die Zahl der Lautsprecher-LKW. Aus den Boxen drangen nicht nur Techno-Musik, sondern h\u00e4ufig auch politische Reden, in denen etwa \u00fcber die Situation von LGBTIQ in <a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/polen-initiativen-kritisieren-urteil-zum-lgbtiq-freundlichen-bodnar\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Polen<\/a> und <a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/bedroht-schwuler-kinderbuch-redakteur-verlaesst-ungarn\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Ungarn<\/a> gesprochen wurde. <em>(mit dpa)<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zum CSD in #Berlin kamen trotz Abstandsregeln, Maskenpflicht &#038; #Alkoholverbot Zehntausende. Nach der Parade wurden einige Teilnehmer*innen geschlagen und beleidigt. 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