{"id":113716,"date":"2021-06-23T09:34:03","date_gmt":"2021-06-23T07:34:03","guid":{"rendered":"https:\/\/mannschaft.com\/?p=113716"},"modified":"2021-06-25T12:20:08","modified_gmt":"2021-06-25T10:20:08","slug":"queer-was-sie-sagt-neue-frauenprojekte-in-kultur-pop","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/queer-was-sie-sagt-neue-frauenprojekte-in-kultur-pop\/","title":{"rendered":"Was sie sagt \u2013 Neue Frauenprojekte in Kultur &#038; Pop"},"content":{"rendered":"<h3>Ein Verlag nur f\u00fcr Autorinnen, eine Buchhandlung f\u00fcr queere Autor*innen, ein Label nur f\u00fcr Rapperinnen \u2013 in der Kultur gibt es einige neue Projekte von Frauen. Im Fernsehen guckt die Generation Instagram \u00abPrincess Charming\u00bb. Was hat es damit auf sich? Von Caroline Bock, dpa<\/h3>\n<p>Frauenbuchl\u00e4den und Frauenprojekte, das klingt nach 80er Jahren, lila Halstuch und nach Alice Schwarzer. Aber halt! Der Feminismus hat sich seitdem l\u00e4ngst neu erfunden, auch in Deutschland. Eine Debatte ist immer noch da: \u00dcberall nur M\u00e4nner, wo bleiben die Frauen? Gerade in der Kultur und Popkultur hat sich in j\u00fcngster Zeit einiges getan, vom neuen Verlag f\u00fcr Literatur von Autorinnen bis zum Label f\u00fcr Rapmusikerinnen.<\/p>\n<p>Der<a href=\"https:\/\/www.eccoverlag.de\/blond-im-literarischen-quartett\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"> Ecco Verlag<\/a> sitzt in Hamburg. Er bringt pro Saison f\u00fcnf Titel von Frauen heraus, darunter Deb\u00fcts, Bestsellernamen, wiederentdeckte Klassiker. \u00abEin kleines erlesenes Programm\u00bb, sagt Laura Hage, die f\u00fcr die Pressearbeit zust\u00e4ndig ist. Als der Verlag Anfang des Jahres startete, war das Interesse demnach sehr gro\u00df und \u00abdurchweg wohlwollend\u00bb.<\/p>\n<p>Geduldig antwortet Hage auf eine immer wiederkehrende Frage: Warum nur Frauen? Es gebe einfach eine gr\u00f6\u00dfere Aufmerksamkeit f\u00fcr M\u00e4nner, erkl\u00e4rt Hage. Das Etikett \u00abFrauenliteratur\u00bb klingt ihr dabei zu sehr nach Sparte. Besser findet sie \u00abFemale Empowerment\u00bb &#8211; ein Begriff, der umschreibt, wie Frauen best\u00e4rkt werden und das Zepter in die Hand nehmen. Das Ecco-Team besteht aus f\u00fcnf Frauen, die bei der F\u00fchrung gleichberechtigt sind. Das sei auch ein neues Konzept des Arbeitens, so Hage.<\/p>\n<p>Neu ist ein Verlag mit B\u00fcchern von Frauen nicht, aber dieser steckt unter dem Dach eines grossen Players auf dem Buchmarkt: Harper Collins. \u00abUnser Programm darf, ja, soll auch gerne irritieren\u00bb, hei\u00dft es auf der Homepage. Das Ganze hat also etwas Wums. So wurde \u00abBlond\u00bb von Joyce Carol Oates beim Literarischen Quartett im ZDF besprochen. F\u00fcr Hage ein passender Titel im Programm: Es geht um die M\u00e4nnerfantasie und Filmlegende Marilyn Monroe, erz\u00e4hlt von einer ber\u00fchmten Autorin. Bald kommt der n\u00e4chste Schwung mit f\u00fcnf B\u00fcchern, von Eva Baronsky (\u00abDie Stimme meiner Mutter\u00bb), Laura D\u00fcrrschmidt (\u00abEs gibt keine Wale im Wilmersee\u00bb), Kate Reed Petty (\u00abTrue Story\u00bb), Kristen Arnett (\u00abZiemlich tote Dinge\u00bb) und Alice Walker (\u00abDie Farbe Lila\u00bb).<\/p>\n<p>In Berlin-Neuk\u00f6lln hat 2020 \u00abShe said\u00bb (Sie sagte) er\u00f6ffnet, eine \u00abBuchhandlung f\u00fcr Autorinnen und queeren Autor*innen\u00bb &#8211; mit Kaffeebar und cooler Einrichtung, kein Teek\u00fcchen-Ambiente wie in den Frauenbuchl\u00e4den von fr\u00fcher. Das Interesse ist gross. Nach der Er\u00f6ffnung mitten in der Corona-Zeit erz\u00e4hlte Gr\u00fcnderin Emilia von Senger im ZDF, manche h\u00e4tten 1,5 Stunden gewartet, bis sie in den Laden reinkommen durften.<\/p>\n<p>Nicht nur Frauen allgemein, auch Lesben und ihre Lebenswelt werden sichtbarer. Sie mussten fr\u00fcher m\u00fchsam in Buchhandlung nach den einschl\u00e4gigen Romanen oder Sachb\u00fcchern suchen, oft mit roten Ohren verbunden. Die amerikanische Comiczeichnerin Alison Bechdel hat dieses Lebensgef\u00fchl festgehalten.<\/p>\n<blockquote><p>Viele lesbische Stoffe sind in den Mainstream-Regalen und in Serien angekommen<\/p><\/blockquote>\n<p>Heute sind viele lesbische Stoffe in den Mainstream-Regalen und in Serien angekommen, online gibt es jede Menge zu kaufen und zu gucken, von <a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/start-von-feel-good-und-the-l-word-generation-q\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00abThe L Word\u00bb<\/a> bis \u00abFeel Good\u00bb. Im deutschen Fernsehen, beim Streaminganbieter <em>TVnow<\/em>, l\u00e4uft gerade die erste lesbische Datingshow: \u00abPrincess Charming\u00bb. Darin sucht die Rechtsanw\u00e4ltin Irina Schlauch unter lauter Single-Frauen nach einer Partnerin. Es ist Unterhaltung f\u00fcr die Generation Instagram, mit Romantik, Drama, Tr\u00e4nen und Sex-Talk.<\/p>\n<p>Auch in der Musikszene ist Bewegung. Rapmusik ist von M\u00e4nnern dominiert, die Texte bekanntlich oft provokativ und frauenfeindlich. Das junge Label 365XX setzt da einen Kontrapunkt. Es nennt sich \u00abdas erste All Female HipHop Label Europas\u00bb &#8211; im Programm sind ausschliesslich Rapperinnen. Ein \u00abMeilenstein\u00bb ist dabei f\u00fcr Gr\u00fcnderin Lina Burghausen das Album \u00ab3,14\u00bb von Die P, einer Musikerin aus Bonn.<\/p>\n<p>Burghausen beschreibt das Konzept so: \u00abWir m\u00f6chten mit dem Label ein Angebot f\u00fcr K\u00fcnstlerinnen schaffen, die nicht in das klassische Rollenbild der Female MC passen, wie es oft im HipHop-Mainstream dargestellt wird. F\u00fcr Rapperinnen, die anecken, ist da oft wenig Platz.\u00bb In erster Linie sei es aber einfach nur ein HipHop-Label, das extrem gute Rapmusik herausbringen m\u00f6chte.<\/p>\n<p>\u00abFrauen haben es nicht nur im HipHop nach wie vor schwerer als M\u00e4nner\u00bb, sagt Burghausen. \u00abMan muss nur einen Blick auf die gr\u00f6ssten Festivalb\u00fchnen und in die gr\u00f6\u00dften Playlists werfen, sich Musikmagazine und Radiorotationen anschauen um zu sehen: This is a man&#8217;s world, und das ganz unabh\u00e4ngig vom Genre.\u00bb Im HipHop sei das noch sichtbarer, weil es eben ein sehr provokantes und zudem sprachlastiges Genre sei. \u00abWir leben in einer patriarchalen Gesellschaft \u2013 und im HipHop wird das eben nochmal extremer dargestellt und ausgelebt.\u00bb<\/p>\n<p>Das Label bekomme von vielen Seiten viel R\u00fcckenwind. \u00abNat\u00fcrlich gibt es aber auch viele Menschen \u2013 sowohl in der Industrie als auch unter den Fans \u2013 die die Idee eines Female Rap Labels nicht gut finden, entweder weil sie die Notwendigkeit nicht wahrnehmen oder weil es sie echauffiert, dass wir den Spie\u00df umdrehen: In der Musikindustrie ist es ja durchaus \u00fcblich, dass M\u00e4nner \u00fcberall reinkommen \u2013 und Frauen eben nur in Ausnahmef\u00e4llen.\u00bb Nun sei jetzt eben mal andersrum, und das \u00abtriggere\u00bb nat\u00fcrlich viele Menschen.<\/p>\n<p>Wenn etwas die Leute sehr reizt und aufbringt. Kein seltenes Ph\u00e4nomen bei Frauenthemen. Die Argumente ihrer Gegner: Werden dann nicht M\u00e4nner diskriminiert? Muss es denn noch sein, dass Frauen extra vorkommen, sind sie nicht l\u00e4ngst schon gleichberechtigt? Sind sie nicht. Ein kleines Beispiel gibt eine Ausstellung zum Berliner Festival \u00fcber Frauen in der Architektur (\u00abWomen in Architecture\u00bb). Dort ist zu lesen: 2017 wurde kein einziges der 20 Top-B\u00fcros von einer Frau gef\u00fchrt. Und von den festangestellten Vollzeitarchitekten verdienten Frauen fast 30 Prozent weniger als die M\u00e4nner.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Verlag nur f\u00fcr Autorinnen, ein Label nur f\u00fcr Rapperinnen \u2013 in der Kultur gibt es einige neue Projekte von Frauen. Im Fernsehen guckt die Generation Instagram \u00abPrincess Charming\u00bb. #loveislove #queer <a class=\"g1-link g1-link-more\" href=\"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/queer-was-sie-sagt-neue-frauenprojekte-in-kultur-pop\/\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1950,"featured_media":113717,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[4382,2534],"tags":[5438,5478,5541],"wps_subtitle":"Viele lesbische Stoffe sind in den Mainstream-Regalen und in Serien angekommen","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/113716"}],"collection":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1950"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=113716"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/113716\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/media\/113717"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=113716"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=113716"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=113716"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}