{"id":108020,"date":"2021-03-31T12:10:31","date_gmt":"2021-03-31T10:10:31","guid":{"rendered":"https:\/\/mannschaft.com\/?p=108020"},"modified":"2021-04-06T09:52:43","modified_gmt":"2021-04-06T07:52:43","slug":"toni-kroos-prangert-verfolgung-von-homosexualitaet-in-katar-an","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/toni-kroos-prangert-verfolgung-von-homosexualitaet-in-katar-an\/","title":{"rendered":"Toni Kroos prangert Verfolgung von Homosexualit\u00e4t in Katar an"},"content":{"rendered":"<h3>Toni Kroos will den Protest gegen Katar bei der WM fortsetzen. Als einen der Gr\u00fcnde nennt der Fussballstar nun explizit die Homophobie im Emirat am Persischen Golf. Von einem Boykott h\u00e4lt er jedoch weiterhin nichts.<\/h3>\n<p>Die Kritik der Fussballstars an WM-Gastgeber Katar wird zunehmend sch\u00e4rfer. Und jetzt macht sich Toni Kroos mit klaren Forderungen zum Wortf\u00fchrer. In bislang nicht gekannter Deutlichkeit monierte der Mittelfeldstar von Real Madrid die Vergabe der Endrunde an den Golf und sprach sich f\u00fcr Protestaktionen auch w\u00e4hrend des Turniers in der Adventszeit 2022 aus. Ein Boykott der 52 WM-Spiele werde die Probleme wie mangelhafte Arbeitsbedingungen und Homophobie im Emirat wohl nicht l\u00f6sen, meinte der 101-fache Nationalspieler. Die Zeit zum Handeln sieht der Weltmeister von 2014 dennoch gekommen.<\/p>\n<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"A15LA1bD2g\"><p><a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/bayern-chef-hainer-bei-homosexualitaet-in-fussball-vereine-gefordert\/\">Bayern-Chef Hainer: Bei Homosexualit\u00e4t im Fussball Vereine gefordert<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><iframe class=\"wp-embedded-content\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; clip: rect(1px, 1px, 1px, 1px);\" title=\"&#8222;Bayern-Chef Hainer: Bei Homosexualit\u00e4t im Fussball Vereine gefordert&#8220; &#8212; Mannschaft\" src=\"https:\/\/mannschaft.com\/bayern-chef-hainer-bei-homosexualitaet-in-fussball-vereine-gefordert\/embed\/#?secret=A15LA1bD2g\" data-secret=\"A15LA1bD2g\" width=\"600\" height=\"338\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe><\/p>\n<p><strong>Kritik an Vergabe<\/strong><br \/>\n\u00abIch glaube eher, dass es wichtig ist, auf die Probleme noch mal extrem aufmerksam zu machen, ja vielleicht auch im Vorfeld oder auch w\u00e4hrend so einem Turnier, so dass sich vielleicht daraus was verbessern kann\u00bb, sagte Kroos in der neuesten Auflage des gemeinsamen w\u00f6chentlichen Podcasts \u00abEinfach mal Luppen\u00bb mit seinem Bruder Felix.<\/p>\n<p>Toni Kroos bezeichnete die von Korruptionsvorw\u00fcrfen massiv belastete WM-Vergabe durch das damalige FIFA-Exekutivkomitee um Ex-Pr\u00e4sident Joseph Blatter, Franz Beckenbauer und den bekennenden Katar-W\u00e4hler Michel Platini im Jahr 2010 als grunds\u00e4tzlichen Fehler. \u00abDass dieses Turnier dahin gegeben worden ist, das halte ich f\u00fcr falsch\u00bb, sagte der 31-J\u00e4hrige. Die Boykott-Frage werde \u00abeigentlich auch viel zu sp\u00e4t diskutiert\u00bb, bemerkte er. Katar sei ausserdem \u00abkein Fussball-Land in dem Sinne\u00bb, wo es \u00ablogisch ist, dass es eine WM gibt\u00bb.<\/p>\n<p>In einem mehrere Minuten dauernden Monolog z\u00e4hlte Kroos die aus seiner Sicht schlimmen Arbeitsbedingungen nicht nur auf WM-Baustellen auf und sprach davon, dass viele \u00abeinfach so ein pausenloses Arbeiten haben bei teilweise 50 Grad Hitze\u00bb. Sie w\u00fcrden \u00abda einfach auch unter mangelnder Ern\u00e4hrung leiden, fehlendes Trinkwasser, was gerade bei den Temperaturen ein Wahnsinn ist\u00bb, schilderte Kroos und prangerte eine \u00abgewisse Gewalt\u00bb an, die \u00aban den Arbeitenden ausgef\u00fchrt wird\u00bb.<\/p>\n<p><strong>Immer mehr Proteste<\/strong><br \/>\nZuletzt hatten die deutschen Nationalspieler wie ihre Kollegen aus Norwegen, D\u00e4nemark und den Niederlanden bei Qualifikationsspielen mit Protestaktionen die Einhaltung von Menschenrechten gefordert und damit auch die Bedingungen in Katar kritisiert. Am Dienstagabend reihten sich die belgischen Fussballer in die Protestserie ein.<\/p>\n<p>Die DFB-Stars planten laut Verteidiger Robin Gosens f\u00fcr die Partie am Mittwochabend gegen Nordmazedonien die dritte Aktion nach ihren j\u00fcngsten Menschenrechtsbekundungen per T-Shirt-Slogan und Trikotbotschaft gegen Island und in Rum\u00e4nien. \u00abEs gibt nach wie vor Nachholbedarf. Ich glaube, dass Menschenrechte nicht verhandelbar sind, und da m\u00fcssen wir eine gewisse Nachhaltigkeit reinbringen\u00bb, sagte Bergamo-Profi Gosens im NDR2-Bundesligashow-Podcast.<\/p>\n<p><strong>Probleme \u00abbeim Namen nennen\u00bb<\/strong><br \/>\nToni Kroos fehlt der DFB-Elf aktuell wegen einer Verletzung. Ob er im kommenden Jahr bei der WM \u00fcberhaupt noch dabei sein wird, ist fraglich. Mit der Thematik besch\u00e4ftigt hat er sich aber nach der Abreise aus dem Teamhotel in D\u00fcsseldorf. Das eine seien die Arbeitsbedingungen, diese m\u00fcsse man \u00abbeim Namen nennen\u00bb, forderte Kroos. \u00abAber es gibt ja auch den einen oder anderen Punkt, sage ich mal, es gibt ja nach wie vor beispielsweise, dass Homosexualit\u00e4t in Katar unter Strafe steht und auch verfolgt wird.\u00bb<\/p>\n<p>Die nicht mehr verstummende Kritik durch die Profis bringt den Fussball-Weltverband so langsam in die Bredouille. Die nach ihren Regularien verbotenen politischen \u00c4usserungen hat die FIFA bislang ohne Androhung von Sanktionen hingenommen, wohlwissend, dass Strafen das Thema noch weiter anheizen und das WM-Hochglanzprodukt derzeit nur noch mehr besch\u00e4digen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>\u00abDie FIFA glaubt an die Meinungsfreiheit und an die Kraft des Fussballs, den positiven Wandel voranzutreiben\u00bb, hiess es aus Z\u00fcrich. Kritische Statements gegen den Gastgeber w\u00e4hrend des Turniers, wie von Kroos nun gefordert, w\u00e4ren aber ein Tabubruch und ein Gesichtsverlust, den der Weltverband kaum akzeptieren k\u00f6nnte.<\/p>\n<p><strong>Boykott helfe niemandem<\/strong><br \/>\nNach Recherchen des \u00abGuardian\u00bb sind in den vergangenen zehn Jahren mehr als 6500 Arbeiter aus f\u00fcnf asiatischen L\u00e4ndern in dem reichen Emirat gestorben. Katars Regierung erkl\u00e4rte, dass sie mit Reformen die Lage der Arbeiter deutlich verbessert habe. Auch die FIFA weist regelm\u00e4ssig auf Verbesserungen f\u00fcr die Arbeiter hin.<\/p>\n<p>Bundestrainer Joachim L\u00f6w hatte wie DFB-Pr\u00e4sident Fritz Keller das Engagement der Nationalspieler gelobt. Einen WM-Boykott h\u00e4lt der im Sommer scheidende Chefcoach aber wie Kroos f\u00fcr nicht zielf\u00fchrend. \u00abEin Boykott hilft niemandem. Man kann mit so einem Turnier Aufmerksamkeit in der ganzen Welt erzeugen und Dinge in die richtige Richtung bringen\u00bb, sagte L\u00f6w. So sieht es auch sein F\u00fchrungsspieler Kroos: \u00abWas man allgemein sagen kann, und das ist auch wichtig, dass der Fussball nat\u00fcrlich auf die Probleme aufmerksam machen muss, auch mit der Reichweite und auch immer wieder.\u00bb<\/p>\n<p>In einer\u00a0<em>Spiegel<\/em>-Umfrage hat sich allerdings eine deutliche Mehrheit gegen die Austragung der Fussball-WM 2022 in Katar und f\u00fcr einen Endrunden-Boykott des Deutschen Fussball-Bundes ausgesprochen (<a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/umfrage-deutliche-mehrheit-gegen-wm-2022-in-katar\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">MANNSCHAFT berichtete<\/a>).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Toni #Kroos will den Protest gegen #Katar bei der #WM fortsetzen und nennt #Homophobie als einen der Gr\u00fcnde daf\u00fcr. 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