{"id":101671,"date":"2021-01-14T13:43:26","date_gmt":"2021-01-14T12:43:26","guid":{"rendered":"https:\/\/mannschaft.com\/?p=101671"},"modified":"2024-08-07T09:45:10","modified_gmt":"2024-08-07T07:45:10","slug":"wie-queer-ist-liza-minnelli","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wie-queer-ist-liza-minnelli\/","title":{"rendered":"Wie queer ist \u2026 Liza Minnelli?"},"content":{"rendered":"<h3>Bei Liza Minnelli ist es einfacher 10 Dinge zu finden, die an ihr nicht \u00abqueer\u00bb sind, als umgekehrt. Dank ihrer Oscar-gekr\u00f6nten Darstellung der Sally Bowles in \u00abCabaret\u00bb ist sie in die Filmgeschichte eingegangen \u2013 eine Filmgeschichte, in die sie als Tochter des schwulen Regisseurs Vincente Minnelli und Schwulen-Ikone <a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/wie-queer-ist-judy-garland\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Judy Garland<\/a> 1946 quasi automatisch hineingeboren wurde.<\/h3>\n<p><strong>#1 Vincente Minnelli und Freeds Schwuchteln<\/strong><br \/>\nLizas Vater war einer der grossen Camp-K\u00fcnstler der 1940er- und 50er-Jahre, der vor allem mit seinen bonbonbunten Filmmusicals f\u00fcr MGM ber\u00fchmt wurde: zum Beispiel \u00abMeet Me in St. Louis\u00bb mit Judy Garland, aber auch der mit Oscars \u00fcberh\u00e4ufte Film \u00abGigi\u00bb \u00fcber eine junge Kurtisane-in-der-Ausbildung im Paris der Belle \u00c9poque. Papa Vincente arbeitete mit der sogenannten Arthur Freed Unit, die f\u00fcr die MGM-Musicalsparte zust\u00e4ndig war. Wegen des hohen Anteils von Homosexuellen in dieser Abteilung wurde sie oft als \u00abFreed\u2019s Fairies\u00bb bezeichnet, was man grob \u00fcbersetzen k\u00f6nnte als \u00abFreeds Schwuchteln\u00bb.<\/p>\n<p>Aufgrund des seit 1934 geltenden Production Codes \u2013 einer Selbstzensurmassnahme \u00a0Hollywoods, um den \u00abmoralischen Verfall\u00bb der USA aufzuhalten \u2013 konnten queere Themen nur im Subtext von Filmen behandelt werden oder als Metapher. \u00abFreed\u2019s Fairies\u00bb perfektionierten beides, etwa mit dem Klassiker \u00abThe Wizard of Oz\u00bb (1939). Arthur Freed selbst holte den ehemaligen Schaufensterdekorateur Vincente zu MGM. \u00dcber Minnellis sexuelle Orientierung kursieren viele Ger\u00fcchte, Details hielt er vor der \u00d6ffentlichkeit geheim. Claude J. Summers schreibt in \u00abThe Queer Encycloedia of Music, Dance &amp; Musical Theater\u00bb 2004: \u00abObwohl er viermal verheiratet war, wird von vielen vermutet, dass Minnelli schwul war. Aber in der zutiefst konservativen Welt Hollywoods in den 1950er-Jahren hielt er sein Privatleben abgeschirmt, auch wenn seine schwule \u00c4sthetik in all seinen Filmen deutlich erkennbar ist.\u00bb<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/iGrH7-LNoJ4\" width=\"560\" height=\"315\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><\/iframe><\/p>\n<p><strong>#2 Judy Garland<\/strong><br \/>\nViele behaupten, dass Liza Minnellis sp\u00e4teres \u00abPech\u00bb, immerzu schwule M\u00e4nner zu heiraten und ihr \u00abUngl\u00fcck\u00bb in Alkohol und Drogen zu begraben, das Erbe ihrer Mutter Judy sei. (<a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/wie-queer-ist-judy-garland\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">MANNSCHAFT berichtete \u00fcber Judy Garlands Leben<\/a>.) Die holte ihre kleine Tochter schon 1949 vor die Kamera, um im Film \u00abIn the Good Old Summertime\u00bb in der Schlussszene ihr fiktives Kind zu spielen. Auch sp\u00e4ter trat Liza immer wieder zusammen mit ihrer Mutter auf, etwa in der ber\u00fchmten \u00abJudy Garland Show\u00bb, wo die stolze Judy ihren aussergew\u00f6hnlich talentierten Nachwuchs wiederholt als S\u00e4ngerin und T\u00e4nzerin vorstellte.<\/p>\n<p>Liza lernte so das Showbusiness aus n\u00e4chster N\u00e4he kennen, mit allen Tricks und Trag\u00f6dien, und sie lernte fr\u00fch, sich neben ihrer \u00fcberlebensgrossen Mutter zu behaupten, neben der sie u. a. im London Palladium auftrat. \u00dcbers Umfeld ihrer Mutter lernte Liza auch die Bedeutung einer eingeschworenen schwulen Fangemeinde kennen, die bis zum bitteren Ende zu ihr h\u00e4lt.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/6pXrYmF6g-0\" width=\"560\" height=\"315\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><\/iframe><\/p>\n<p><strong>#3 Kander &amp; Ebb<\/strong><br \/>\nBevor Liza den ganz grossen Durchbruch mit der \u00abCabaret\u00bb-Verfilmung 1972 schaffte, lernte sie schon lange vorher das schwule Autorengespann John Kander und Fred Ebb kennen. Die beiden schrieben viele Songs f\u00fcr sie und gaben ihr 1965 auch ihre allererste Broadway-Rolle in der Titelpartie von \u00abFlora the Red Menace\u00bb. Liza war damals gerade 19 Jahre alt und bekam ihren ersten Tony Award f\u00fcr die Darstellung einer jungen Frau mit auffallend sozialistischen Ansichten. Sie sang im St\u00fcck sowie auf dem Cast Album das wunderbare Kander-&amp;-Ebb-Lied \u00abA Quiet Thing\u00bb.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/gnGc3EZCuMw\" width=\"560\" height=\"315\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><\/iframe><\/p>\n<p>Am Broadway bekam sie 1966 die Rolle der Sally Bowles nicht von Regisseur Harold Prince, aber die Zusammenarbeit mit Kander &amp; Ebb ging trotzdem weiter. So schrieben sie 1972 f\u00fcr sie die Show \u00abLiza with a Z\u00bb \u2013 choreographiert von Bob Fosse \u2013, dessen Titel so etwas wie die Visitenkarten von Liza Minnelli wurde. Kander &amp; Ebb haben sp\u00e4ter weitere bahnbrechende Musicals kreiert, und mit \u00abKiss of the Spiderwoman\u00bb auch eins mit einer eindeutig schwulen Figur, die aus Liebe einen heroischen \u00abLiebestod\u00bb f\u00fcr ihren heterosexuellen Zellengenossen aus dem Polizeigef\u00e4ngnis auf sich nimmt. Die Spinnenfrau sang mit \u00fcberw\u00e4ltigendem Erfolg Chita Rivera, eine weitere Gay Icon. Kander &amp; Ebb schrieben f\u00fcr Rivera und Minnelli als Divendoppel das Musical \u00abThe Rink\u00bb, \u00fcber eine komplizierte Mutter-Tochter-Beziehung. Liza verlies die Produktion 1984, um sich in die Betty-Ford-Klinik einliefern zu lassen.<\/p>\n<p><strong>#4 Cabaret<\/strong><br \/>\nIn der Verfilmung des Musicals \u00abCabaret\u00bb aus dem Jahr 1972 verwandelte Liza Minnelli zusammen mit Regisseur Bob Fosse die Hauptfigur der Sally Bowles in etwas Neues: ein sexuell befreiter Wirbelwind, der durch die letzten Tage der Weimarer Republik fegt und alles mitnimmt, was sich anbietet. Dazu singt Minnelli an der Seite des androgynen und enigmatischen Master of Ceremonies, gespielt von Joel Grey, Musiknummern, die Kander &amp; Ebb neu f\u00fcr sie komponierten, darunter \u00abMoney, Money, Money\u00bb, aber auch den Lovesong \u00abMaybe This Time (I\u2019ll Be Lucky)\u00bb sowie nat\u00fcrlich den Kracherauftritt \u00abBye bye mein lieber Herr\u00bb.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/lxmz3RcNNBE\" width=\"560\" height=\"315\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><\/iframe><\/p>\n<p>Im M\u00e4rz 1973 wurde der Film f\u00fcr zehn Oscars nominiert. Gleichzeitig war \u00abDer Pate\u00bb mit Marlon Brando ebenfalls f\u00fcr zehn Oscars nominiert. Christopher Isherwood, auf dessen Romanvorlage das Musical basiert, schrieb stolz in sein Tagebuch: \u00abTriumph von Cabaret \u00fcber Der Pate. Sie bekamen nur drei Oscars, wir acht.\u00bb Der Film gewann u. a. in der Kategorie \u00abBeste Schauspielerin\u00bb (Minnelli) und \u00abBeste Regie\u00bb (Fosse).<\/p>\n<p>Im Film wird die m\u00e4nnliche Hauptfigur (gespielt von Michael York) erstmals als bisexuell gezeigt. 1976 ver\u00f6ffentliche Isherwood schliesslich seine Autobiografie \u00abChristopher and His Kind\u00bb und machte \u00f6ffentlich, dass diese Hauptfigur (= er selbst) schwul ist und nach Berlin kam, um \u00abJungs\u00bb zu treffen. Viele sp\u00e4tere Inszenierungen des Musicals haben diese Idee aufgegriffen und aus dem urspr\u00fcnglich heterosexuellen \u00abCliff\u00bb den neuen schwulen \u00abChris(topher)\u00bb gemacht, etwa die Langzeitproduktion von \u00abCabaret\u00bb im Berliner Tipi am Kanzleramt, von Madonnas Ex-Choreograph Vincent Paterson.<\/p>\n<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"J6F6QwxbSl\"><p><a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/was-treiben-diese-lgbt-promis-auf-instagram\/\">Was treiben Madonna, Tom Daley &#038; Nina Queer auf Instagram?<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><iframe class=\"wp-embedded-content\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; clip: rect(1px, 1px, 1px, 1px);\" title=\"&#8222;Was treiben Madonna, Tom Daley &#038; Nina Queer auf Instagram?&#8220; &#8212; Mannschaft Magazin\" src=\"https:\/\/mannschaft.com\/was-treiben-diese-lgbt-promis-auf-instagram\/embed\/#?secret=J6F6QwxbSl\" data-secret=\"J6F6QwxbSl\" width=\"600\" height=\"338\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe><\/p>\n<p><strong>#5 Schwules Museum<\/strong><br \/>\nDie Art und Weise, wie Liza die von gesellschaftlichen Konventionen befreite Figur der Sally Bowles spielte, inspirierte viele M\u00e4nner der jungen Schwulenbewegung \u2013 auch im West-Berlin der fr\u00fchen 1970er-Jahre. Aktivist und Filmhistoriker Wolfgang Theis beispielsweise schmiss sich kurz nachdem \u00abCabaret\u00bb in die deutschen Kinos kam in die ber\u00fchmte Kost\u00fcmierung Minnellis und stellte sich in \u00abMein lieber Herr\u00bb-Pose vor die Kamera. Sp\u00e4ter gr\u00fcndete Theis das Schwule Museum und brachte zusammen mit der Akademie der K\u00fcnste die Ausstellung \u00abGoodbye to Berlin: 100 Jahre Schwulenbewegung\u00bb heraus. Auf dem Cover: Christopher Isherwood mit seinem Partner Don Bachardy. Zwar zeigte Theis sich damals im Katalog nicht als Sally-Bowles-Double, aber das Foto tauchte dann 2019 doch noch prominent auf in der SMU-Ausstellung \u00abMy Dearest Sweet Love: Christopher Isherwood &amp; Don Bachardy\u00bb (<a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/isherwood-und-bachardy-the-first-couple\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">MANNSCHAFT berichtete<\/a>).<\/p>\n<figure id=\"attachment_101673\" aria-describedby=\"caption-attachment-101673\" style=\"width: 6000px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/bimber\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Wolfgang-Theis.jpg\"><img data-expand=\"600\" decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"lazyload wp-image-101673 size-full\" src=\"data:image\/svg+xml;charset=utf-8,%3Csvg xmlns%3D'http%3A%2F%2Fwww.w3.org%2F2000%2Fsvg' viewBox%3D'0 0 6000 4000'%2F%3E\" data-src=\"https:\/\/mannschaft.com\/bimber\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Wolfgang-Theis.jpg\" alt=\"Liza Minnelli\" width=\"6000\" height=\"4000\" data-srcset=\"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Wolfgang-Theis.jpg 6000w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Wolfgang-Theis-300x200.jpg 300w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Wolfgang-Theis-425x283.jpg 425w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Wolfgang-Theis-768x512.jpg 768w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Wolfgang-Theis-1536x1024.jpg 1536w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Wolfgang-Theis-2048x1365.jpg 2048w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Wolfgang-Theis-180x120.jpg 180w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Wolfgang-Theis-561x374.jpg 561w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Wolfgang-Theis-1122x748.jpg 1122w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Wolfgang-Theis-364x243.jpg 364w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Wolfgang-Theis-728x485.jpg 728w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Wolfgang-Theis-608x405.jpg 608w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Wolfgang-Theis-758x505.jpg 758w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Wolfgang-Theis-1152x768.jpg 1152w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Wolfgang-Theis-72x48.jpg 72w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Wolfgang-Theis-144x96.jpg 144w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Wolfgang-Theis-313x209.jpg 313w, https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-content\/uploads\/2021\/01\/Wolfgang-Theis-400x267.jpg 400w\" data-sizes=\"(max-width: 6000px) 100vw, 6000px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-101673\" class=\"wp-caption-text\">Der Gr\u00fcnder des Schwulen Museums, Wolfgang Theis, als Liza Minnelli kost\u00fcmiert, Anfang der 1970er-Jahre in Berlin (Foto aus der Ausstellung \u00abMy Dearest Sweet Love: Christopher Isherwood &amp; Don Bachardy\u00bb \/ SMU 2019)<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>#6 Der bisexuelle Ehemann Peter Allen<\/strong><br \/>\nIhren erste Ehemann Peter Allen lernte Liza \u00fcbers Umfeld ihrer Mutter kennen, die den jungen Australier protegierte. Liza heiratete ihn 1967. Allen war ein flamboyanter Singer-Songwriter, der in den fr\u00fchen 70ern seiner Bisexualit\u00e4t nicht mehr verstecken wollte. Er und Liza liessen sich 1974 scheiden, im gleichen Jahr schrieb Allen den Song \u00abI Honestly Love You\u00bb, der dank Olivia Newton-John ein Riesenhit wurde. Seine Bisexualit\u00e4t thematisierte er 1980 auch mit dem Album \u00abBi-Costal\u00bb und seine Andersartigkeit mit dem Album \u00abNot the Boy Next Door\u00bb.<\/p>\n<blockquote><p>Nach der Trennung von Liza lebte Allen mit dem Fashion Model Gregory Connel zusammen, der die Liebes seines Lebens gewesen sein soll<\/p><\/blockquote>\n<p>Nach der Trennung von Liza lebte Allen mit dem Fashion Model Gregory Connel zusammen, der die Liebe seines Lebens gewesen sein soll, wie sein Biograf schreibt. Connel starb an Aids, Allen im Jahr 1992 ebenfalls. Nachdem er etwas vergessen wurde, erschien die Doku \u00abThe Boy from Oz\u00bb, aus der dann ein Jukebox-Musical wurde, das 1998 in Australien auf die B\u00fchne kam. Die Lebensgeschichte von Allen \u2013 und seine Songs \u2013 sang damals der junge Hugh Jackman, der sich mit seiner \u00fcberw\u00e4ltigen Darstellung an den Broadway katapultierte und gleich noch einen Tony Award gewann. Eine Ahnung von Allens Ausstrahlung und Jackmans Charisma bekommt man, wenn man sich die Tony-Award-Zeremonie von 2004 anschaut, in der Jackman in Goldhose auf einem Kamel hereingeritten kommt, bevor er Sarah Jessica Parker auf die B\u00fchne holt und ihr zeigt, wie man seine H\u00fcften richtig schwingt, wenn man nicht der typische \u00abBoy Next Door\u00bb ist.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/zMmXUam6rHY\" width=\"560\" height=\"315\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><\/iframe><\/p>\n<p><strong>#7 Halston<\/strong><br \/>\nEiner der engsten Freunde und Weggef\u00e4hrten von Liza in den 1970er- und 80er-Jahren war der schwule Modesch\u00f6pfer Halston. Liza trug seine Designs, wenn sie als Dauergast im Studio 54 auftauchte, aber auch sonst bei vielen Fototerminen. Und nat\u00fcrlich war Liza st\u00e4ndig zu Gast in Halstons Townhouse, wo in Sachen Sex und Drogen die Post abging. Auch Halston starb an Aids. F\u00fcr 2021 hat Netflix eine Ryan-Murphy-Miniserie mit dem Titel \u00abHaltson\u00bb angek\u00fcndigt, in der Ewan McGregor in die Rolle des titelgebenden Style-Gurus \u00a0schl\u00fcpft. Gian Franco Rodriguez spielt Halstons langj\u00e4hriger Lover Victor Hugo; Krysta Rodriguez spielt Liza. (<a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/die-gluecklichste-kleine-sextankstelle-von-hollywood\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">MANNSCHAFT berichtete u. a. \u00fcber Murphys Netflix-Serie \u00abHollywood\u00bb.<\/a>) Zum Aufw\u00e4rmen sei die Dokumentation \u00abHalston\u00bb von Fr\u00e9d\u00e9ric Tcheng aus dem Jahr 2019 empfohlen, die bei Amazon Prime verf\u00fcgbar ist.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/Nee7KHxp-_A\" width=\"560\" height=\"315\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><\/iframe><\/p>\n<p><strong>#8 Aids<\/strong><br \/>\nWegen der unendlich vielen Aids-Toten in ihrem unmittelbaren Umfeld, hat sich Liza Minnelli schon fr\u00fch daf\u00fcr eingesetzt, das Virus zu bek\u00e4mpfen und sich f\u00fcr Projekte engagiert, die Geld sammelten, um Aids-Patienten zu helfen. 2006 erz\u00e4hlte sie in einem Interview, dass sie Elizabeth Taylor auf das HIV\/Aids-Problem aufmerksam gemacht habe, als beide \u00fcber den gemeinsamen Freund Rock Hudson sprachen. Liza hat sp\u00e4ter viel Zeit und Energie in \u00abThe Foundation for AIDS Research\u00bb investiert, die von Taylor mitgegr\u00fcndet wurde. 1994 nahm sie den Kander-&amp;-Ebb-Song \u00abThe Day After That\u00bb (aus \u00abKuss der Spinnenfrau\u00bb) auf und spendete die Einnahmen f\u00fcr die Aids-Forschung. Im gleichen Jahr sang sie das Lied vor tausenden Menschen im Central Park, anl\u00e4sslich des 25. Jahrestags der Stonewall Riots.<\/p>\n<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"3rWzWLACAp\"><p><a href=\"https:\/\/mannschaft.com\/disney-zeigt-doku-ueber-leben-und-aidstod-eines-schwulen-musicalgenies\/\">Disney+ zeigt Doku \u00fcber Leben und Aidstod eines schwulen Musicalgenies<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><iframe class=\"wp-embedded-content\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; clip: rect(1px, 1px, 1px, 1px);\" title=\"&#8222;Disney+ zeigt Doku \u00fcber Leben und Aidstod eines schwulen Musicalgenies&#8220; &#8212; Mannschaft Magazin\" src=\"https:\/\/mannschaft.com\/disney-zeigt-doku-ueber-leben-und-aidstod-eines-schwulen-musicalgenies\/embed\/#?secret=3rWzWLACAp\" data-secret=\"3rWzWLACAp\" width=\"600\" height=\"338\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe><\/p>\n<p><strong>#9 Carnegie Hall<\/strong><br \/>\nEs war Rock Hudson h\u00f6chstpers\u00f6nlich, der die junge Liza 1961 am Ende des legend\u00e4ren Carnegie-Hall-Konzerts von Judy Garland auf die B\u00fchne hob f\u00fcr den Schlussapplaus. Es war eigentlich klar, dass Liza irgendwann selbst ein Carnegie-Hall-Konzert geben w\u00fcrde. Das tat sie 1987 als eine Art Comeback nach ihren ersten grossen \u00f6ffentlichen Drogenabst\u00fcrzen. Als sie am Ende des Konzerts \u00abLife is a Cabaret\u00bb sang und der Saal jubelte \u00a0\u2013 \u00fcbervoll mit schwulen Fans, die selbst im Lebenskampf gegen Aids standen \u2013, \u00e4nderte Liza den Schluss und sang \u00abWhen I go, I am NOT (!) going like Elsie\u00bb. Man kann die Reaktion des Publikum nachh\u00f6ren auf dem Doppelalbum \u00abLiza Minnelli: At Carnegie Hall\u00bb, mit dem sie es zum ersten Mal seit 13 Jahren wieder schaffte, in die Billboard-200-Albencharts einzusteigen.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/REnO-jI25ik\" width=\"560\" height=\"315\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><\/iframe><\/p>\n<p><strong>#10 Pet Shop Boys<\/strong><br \/>\nKurz nach dem Carnegie-Hall-Comeback \u00fcberredeten die Pet Shop Boys Liza, ein Pop-Album mit ihnen zu machen. Dieses trug den Titel \u00abResults\u00bb, wurde 1989 in London aufgenommen und kam im gleichen Jahr auf den Markt. Neil Tennant war schon vorher ein grosser Fan von Minnelli und schrieb etliche Songs gezielt f\u00fcr sie. Einer der gr\u00f6ssten Hits des Album wurde allerdings die Singleauskopplung \u00abLosing My Mind\u00bb, ein Song des schwulen Musicalgotts Stephen Sondheim, aus dessen St\u00fcck \u00abFollies\u00bb. Diese Neufassung des Liedes st\u00fcrmte im UK die Hiparaden und landete auf Platz 6. Minnelli trat damit bei \u00abTop of the Pops\u00bb auf.<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/s4hOH4YMPoE\" width=\"560\" height=\"315\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><\/iframe><\/p>\n<p>Nach vielen weiteren Karriere Hochs und Tiefs trat Minnelli 2010 quasi als ihr eigenes Denkmal im zweiten \u00abSex and the City\u00bb-Film auf, um bei der \u00abHochzeit\u00bb von zwei schwulen M\u00e4nnern zu singen, trotz kaputten Knien und einer Reststimme in Ruinen. Sie begeistert trotzdem \u2013 oder gerade deswegen. Weil sie sich durch nichts unterkriegen l\u00e4sst!<\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/Dq3s_rTViK0\" width=\"560\" height=\"315\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><\/iframe><\/p>\n<p>Seither hat sich Minnelli nach Los Angeles zur\u00fcckgezogen. Ein Freund erz\u00e4hlte mir k\u00fcrzlich, dass er sie besucht habe. Als die T\u00fcr in Beverly Hills aufging stand Liza im Flur, hinter ihr \u2013 direkt nebeneinander \u2013 die \u00fcberlebensgrossen Portr\u00e4ts von Judy Garland und Vincente Minnelli. Das ergab, so mein Bekannter, ein Trost-spendendes Triptychon: drei queere G\u00f6tter bzw. G\u00f6ttinnen vereint, ihres Platzes in so was wie einer ewigen LGBTIQ-Ruhmeshalle absolut sicher.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>10 Gr\u00fcnde, warum die US-Entertainerin eine Gay Icon ist und immer wieder speziell schwule M\u00e4nner inspiriert hat. <a class=\"g1-link g1-link-more\" href=\"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wie-queer-ist-liza-minnelli\/\">Weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":35,"featured_media":101677,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[2534,4751],"tags":[5490,5437,5438,5491,5462,5468,3498,540,5472,5503,5461,5541],"wps_subtitle":"10 Gr\u00fcnde, warum die US-Entertainerin immer wieder speziell Schwule inspirierte","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/101671"}],"collection":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/users\/35"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=101671"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/101671\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":203143,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/101671\/revisions\/203143"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/media\/101677"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=101671"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=101671"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/alte.mannschaft.lgbt\/bimber\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=101671"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}