Wie die Sonntagspresse berichtet, wurde der Oberwalliser M.J. wegen der versuchten Anstiftung zur schweren Körperverletzung und dem Versand von Nacktfotos seiner Kinder verurteilt.
Im Januar wurde der Oberwalliser M.J. wegen illegaler Pornografie und der versuchten Anstiftung zur schweren Körperverletzung mit dem HI-Virus vom Bezirksgericht Visp zu zwei Jahren Haft und einer Therapie in einer geschlossenen Einrichtung verurteilt. Vom Vorwurf der sexuellen Handlung mit Minderjährigen und dem Versuch dazu wurde er freigesprochen. Die Staatsanwaltschaft hat das Urteil angefochten und zieht den Fall ans Walliser Kantonsgericht weiter.
Bis dato waltete M.J. als Präsident des LGBT-Vereins SchwuLeOb. Als solcher nahm er im Januar noch gegenüber den Medien Stellung in Bezug zur CVP-Initiative. In einer gestern verschickten Medienmitteilung distanzierte sich der Verein SchwuLeOb von ihrem nun ehemaligen Präsidenten und «verurteilt seine Handlungen aufs schärfste». Der Verein und dessen Ansehen würden durch die «verabscheuenswürdigen Handlungen des ehemaligen Präsidenten in Mitleidenschaft gezogen».
Nackfotos von eigenen Söhnen verschickt
Gemäss Recherchen des SonntagsBlicks soll der geschiedene Vater zweier Kinder schon vor zehn Jahren dem Behörden aufgefallen sein. Auf seinem Computer an seinem Arbeitsplatz soll er mehrere hundert Bilder mit illegalem Inhalt gespeichert haben, darunter Fotos von Sex mit Kindern. Dafür kam er in Untersuchungshaft und wurde 2008 mit einer Geldstrafe von knapp CHF 16’000 gebüsst.
2007 soll M.J. den Kontakt zu Pädophilen im In- und Ausland gesucht haben. Mit Nacktfotos seiner damals fünf und acht Jahren alten Söhne habe er Anschluss in der Szene gesucht. Damals soll er auch schon sein Bedürfnis kommuniziert haben, mit Minderjährigen zu schlafen. Seine damalige Frau wurde erst im Nachhinein von den Behörden über die illegalen Aktivitäten von M.J. informiert, worauf sie die Scheidung einreichte.
Das Bezirksgericht Visp sprach M.J. auch der Anstiftung zur schwerer Körperverletzung schuldig. 2010 soll er einen HIV-positiven Mann kennengelernt haben, mit dem es auch zu Geschlechtsverkehrt gekommen sei. Darauf soll er ihm den ungeschützten Geschlechtsverkehr mit einem anderen Mann vorgeschlagen haben. Die Ermittler, die sowohl sein Telefon abgehört als auch seine E-Mails und Chats mitgelesen hatten, schritten ein, bevor es zum geplanten Treffen kommen konnte. Nach einer kurzen Untersuchungshaft kam M.J. wieder auf freien Fuss.
Der SonntagsBlick kritisiert, dass die Staatsanwaltschaft erst 2015 – also fünf Jahre später – Klage eingereicht habe. Ebenfalls kritisiert wird, dass seine Söhne ihn weiterhin besuchen durften und ganze Wochenenden alleine mit ihm verbrachten. In dieser Zeit habe seine Exfrau nichts von den Nacktbildern ihrer Kinder gewusst.
M.J. war seit 2013 Präsident vom Verein SchwuLeOb und ist inzwischen von seinem Amt zurückgetreten. Die Website von SchwuLeOb wurde ebenfalls offline genommen.


